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Wir leben Lernen.

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Bereits in den letzten Jahren, aber auch besonders in der aktuellen Situation gewinnen digitale Lernangebote an Relevanz. Investieren wir etwas Zeit in die Suche, stellen wir schnell fest: 

Es gibt Unmengen Bezeichnungen und mindestens genauso viele Schreibweisen – dennoch ist das Gleiche gemeint.

Was wird meistens unter eLearning verstanden?

Eine verbreitete Vorstellung eines „e-Learnings“ geht von einem Computerprogramm aus, in dem den Teilnehmenden mittels Textseiten, Animationen und Off-Sprecherstimme Inhalte vermittelt werden. Zwischendurch oder zum Abschluss des Lernprogramms wird der Zugewinn an Wissen durch Single- oder Multiple Choice Fragen eruiert. Das Ziel ist zumeist eine Steigerung der fachlichen Kompetenz. Aber auch soziale Kompetenzen dürfen bereits durch digitale Lernangebote vermittelt werden.

eLearning im Kern?

Weite Definition

Michael Kerres – Autor des Buches „Mediendidaktik – Konzeption und Entwicklung mediengestützter Lernangebote“ – versteht e-Learning als jenes Lernen, welches durch elektronische und digitale Medien bei der Präsentation und Vermittlung von Wissen, sowie der zwischenmenschlichen Kommunikation, unterstützt wird. 

Michael Kerres, Annabell Preußler: Mediendidaktik. In: Dorothee Meister, Friederike von Gross und Uwe Sander (Hrsg.): Enzyklopädie Erziehungswissenschaft Online. 2012.

Demnach fallen unter die Bezeichnung eLearning auch Tutorials auf YouTube, Kochrezepte im Internet, Austausch in Blogs und Foren, heruntergeladene Betriebsanleitungen, E-Books oder einfach nur Artikel in Wikipedia, Podcasts, uvm.

Als eLearning im weitesten Sinne zählen daher alle digitalen Medien über die Wissen weitergegeben wird.

Enge Definition 

In der täglichen Arbeit einer eLearning Agentur bedarf es für eine zielführende Zusammenarbeit mit unseren Kunden allerdings eine engere eLearning Definition. 

Eine Bezeichnung, die unserem Verständnis von eLearning verdeutlicht ist „Computer Based Training“. Diese enthält den für uns ausschlaggebenden Begriff „Training“ [… aus dem englischen Sprachgebrauch übernommener Ausdruck für Übung, Schulung, Lehrgang, Weiterbildung oder Fortbildung …; Wikipedia], welchen wir mit einer gezielten und aktiven Entwicklung von Kompetenzen gleichsetzen. Und damit ist das Verständnis von einzelnen wissensvermittelnden, jedoch unzusammenhängenden Medien als eLearning obsolet. Denn ein „Training“ bedingt ein didaktisches Konzept, um die gewünschten Lernerfolge zu erreichen.

Bei eLearning handelt es sich nach unserem Verständnis um eine digitale Umsetzung eines didaktischen Konzeptes zur Erreichung definierter Lernziele.

Ob auch Live Online Trainings, Webinare oder Live Chats und Foren als eLearning verstanden werden können lässt sich anhand der eben formulierten Definition beantworten. Handelt es sich z.B. um eine Online Session ohne didaktisches Konzept dahinter, handelt es sich wohl eher um ein Online Meeting als um ein Online Training und fällt nicht in unser Verständnis eines eLearnings.

Exkurs: Geschichte des eLearning? 

Aber sehen wir uns die Entstehung von eLearning an. Es war lang vor unserer Zeit …

Zurück zur eigentlichen Frage „Was ist eLearning?“. Du kennst bestimmt das bekannte Zitat Aristoteles „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ – Warum das auch im eLearningbereich zutrifft? Das wirst du später noch erkennen.

Dazu ist hilfreich zu wissen aus welchen Teilen das große Ganze – das eLearning – überhaupt bestehen kann.
Welche Arten/Medien/Formate heute gängig sind zeigt diese demonstrative Liste.

Welche „Arten“, „Formate“ kennen wir den im Bereich eLearning?

Digitale Dateien, Blogs, Wikis, Podcasts, Videos, Audio-visuelle animierte Sequenzen, Interaktive Videos, WBTs, Webinare/LOT, Online Kollaboration, Game Based Learning, Blended Learning (wobei hier meistens die Kombination mit Präsenzeinheiten verstanden wird), Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR), Alternate Reality

Was bringen uns eLearnings?

„Kostenreduktion im Trainingsbereich“.

Das ist eine der häufigen Beweggründe warum Unternehmen verstärkt auf eLearning setzen und Präsenztrainings reduzieren. Doch bringen alle digitalen Angebote in der Erwachsenenbildung grundsätzlich Einsparungspotenzial mit sich? Diese Frage können wir ganz einfach mit NEIN beantworten. Der Grund warum nicht jedes eLearning von Haus aus Kosteneinsparungen bringt, sind die zahlreichen Faktoren und Rahmenbedingungen, die erfüllt sein müssen. Welche Faktoren das sind bzw. welche Vorteile und Chancen sowie Nachteile und Herausforderungen eLearnings mit sich bringen sehen wir uns jetzt an.

Vorteile und Chancen

Die Aufzählung von Vorteilen und Chancen lassen sich je mehr man in die Tiefe des Themas geht um zahlreiche Punkte erweitern. Im Folgenden klammern wir Live Online Trainings und Webinare aus da diese nochmal eigene Facetten sowie Chancen und Herausforderungen mit sich bringen. Welche das sind kannst du in einem eigenen Blog Post nachlesen.
>> Was ist ein Webinar?

Aber kommen wir zu den Vorteilen und Chancen asynchroner eLearning Angebote – und damit haben wir bereits einen wichtigen Punkt angesprochen: asynchron

  • Orts- und Zeitunabhängigkeit 

In den meisten eLearnings können die Lernenden die Inhalte orts- und zeitunabhängig von anderen Lernenden und Lehrenden erarbeiten. Die Teilnehmenden wählen selbstgesteuert die für sie passende Lernzeit, Lerndauer und ihren präferierten Lernort. 

  • Personenunabhängig 

Dass es Kompetenzträger (intern oder auch extern) braucht, die die Inhalte der Lernangebote erstellen ist selbstverständlich. Die Durchführung des Lernangebotes ist jedoch nicht wie bei Präsenzveranstaltungen an diese Kompetenzträger (Fachexperten, Trainer) gebunden.  

  • Einsatzdauer unabhängig von Personen und Örtlichkeiten  

Ebenso kann die Einsatzdauer des digitalen Lernangebotes unabhängig von Personen und auch Örtlichkeiten gewählt werden. Kompetenzträger und Trainer, die das Unternehmen verlassen oder Örtlichkeiten wie Trainingsräume und Equipment, welches nicht weiter zur Verfügung steht, stellen keine Gefahr für die fortlaufende Durchführung dar.  

  • Zielgruppengröße und Erreichbarkeit 

Präsenzveranstaltungen sind aufgrund von örtlichen Gegebenheiten oder der didaktischen Wirksamkeit auf eine bestimmte Anzahl von Teilnehmenden begrenzt. Da orts-, zeit- und personenunabhängig, sind eLearnings auch in ihrer Teilnehmeranzahl unbegrenzt. Ob 100, 2.500 oder 10.000 Personen, die Inhalte konsumieren macht in der Durchführung kaum einen Unterschied – sofern das Lernmanagement- oder Contentmanagement System eine entsprechende Anzahl von Zugriffen ermöglicht. 

Weiters bedeutet die zeitliche und örtliche Unabhängigkeit auch, dass ich Personen mit meinem Angebot erreiche, denen eine Teilnahme bisher aus zeitlichen, geographischen oder budgetären Gründen verwehrt blieb. 

  • Möglichkeit der Einsparungen bei Erfüllung gewisser Parameter (Reisekosten, Reisezeiten, Durchführungskosten usw.) 

Zwei essenzielle Faktoren, die für die Wirtschaftlichkeit eines eLearnings verantwortlich sind, sind die Größe und die örtliche Verteilung der Zielgruppe. 

  • Zielgruppengröße 

Eine der wichtigsten Fragen ist jene nach der Anzahl der Teilnehmenden. Natürlich müssen in der weiteren Kalkulation auch Faktoren wie die tatsächlichen Produktions- bzw. Anschaffungskosten (Individual- oder Standardcontent), interne Ressourcenaufwände uvm. berücksichtigt werden. Grundsätzlich kann man aber davon ausgehen, dass mit der steigenden Größe einer Zielgruppe auch die Wirtschaftlichkeit eines digitalen Lernangebotes steigt. 

  • Örtliche Zielgruppenverteilung 

Du weißt bereits, dass digitale Lernangebote von der örtlichen Unabhängigkeit profitieren. Diese ist sogar ein Faktor in der Kalkulation von Einsparungspotential der berücksichtigt werden muss. Denn Präsenzveranstaltungen für 100 Personen, die an einem Standort arbeiten, können günstiger sein als eine eLearning Produktion um € 50.000, -. Im Gegensatz dazu kann dieselbe eLearning Produktion weitaus wirtschaftlicher sein, als 100 weltweit verstreute, einzeln arbeitende Personen zu Präsenzveranstaltungen zusammenzuführen. 

Auch diese Liste ließe sich um zahlreiche Punkte wie Organisationsaufwände, Raum- und Verpflegungskosten, Instandhaltungskosten bei eigenen Räumlichkeiten, Reisezeiten, Vorbereitungs-, Durchführungs- und Nachbereitungsaufwände der Trainer uvm. ergänzen. Wichtig ist uns aufzuzeigen, dass eLearnings großes Einsparungspotential mit sich bringen, dieses aber nur unter Erfüllung gewisser Faktoren entfalten können. 

  • Neue didaktische Möglichkeiten 

Ein Punkt der hier unbedingt Erwähnung finden muss aber zugleich hier nicht in der Tiefe behandelt werden kann. Darum gibt es zum Thema Didaktik einen eigenen Blog Post. https://create.at/blog/corporate-learning-meets-didactics

Dennoch greifen wir das Thema hier kurz anhand von drei Punkten auf: 

  • Einsatz von Learning Nuggets 

Die Möglichkeit Lerninhalte jederzeit und allerorts abzurufen, ermöglicht den Einsatz von kurzen, nur wenige Minuten umfassende, Lernsequenzen – sogenannten Learning Nuggets. Sie stehen im Kontrast zu langen Präsenzeinheiten, welche oft die Aufnahmefähigkeit der Teilnehmenden überschreiten. 

Einfach, kurz, leicht zu verarbeiten und jederzeit wiederholbar – Effizienz und Effektivität auf den Punkt gebracht. 

  • Integration in den Arbeitsalltag 

Der eben genannte Punkt ermöglicht auch eine optimale Integration in den Arbeitsalltag. Der Teilnehmer erhält kleine Inputs und kann diese sogleich versuchen diese im Arbeitsalltag umzusetzen. Lerntransfer wie aus dem Bilderbuch: Lernen während und am Ort des „Geschehens“. 

  • Unbegrenzte Wiederholungen von Inhalten und Übungen/Interkationen 

  • Mal eben ein Präsenztraining zu wiederholen, weil sich meine Vergessenskurve bemerkbar macht? Leider nein. 

  • Einfach eine Übung mit Kollegen wiederholen, die nicht im Präsenztraining dabei waren? Wohl kaum. 

  • Einfach meine Notizen zur Hand nehmen und Nachschlagen? Wenn ich bloß wüsste wo ich sie abgelegt habe. 

Diese drei aus dem Leben gegriffenen Situationen zeigen ohne viele Worte den Vorteil von eLearnings. Zentral dokumentiert und jederzeit wiederholbar.

Nachteile und Herausforderungen 

Wie in all unseren Blog Posts, erzählen wir dir nicht einfach nur das Blaue vom Himmel, sondern bearbeiten auch dieses Thema objektiv und reflektiert. Denn jede Medaille hat auch eine zweite Seite und diese betrachten wir jetzt. 

  • Initialer Produktionsaufwand 

Damit ein eLearning ausgerollt und dann fortlaufend kostenschonend eingesetzt werden kann, muss dieses erst einmal produziert werden. Die damit verbundenen Kosten und Aufwände hängen wie so oft von zahlreichen Faktoren ab, wie z.B. intern verfügbare Kompetenzen und Ressourcen, gewünschte Qualität und Interaktivität, Medienvielfalt und Innovationsgrad, Vertonung, Schauspielergagen uvm. 

  • Neue Kompetenzen zur Erstellung/Wartung/Durchführung benötigt 

Ist das Thema eLearning für ein Unternehmen neu oder möchte es die Medienvielfalt und den Innovationsgrad steigern, dann sind folglich auch Personen gefragt, die über entsprechende Kompetenzen (E-Didaktik, Drehbuchschreiben, Video- u. Audioschnitt, Programmierung, UX-Design, etc.) verfügen. Inhalte in einem Virtual Reality Angebot zu warten und zu überarbeiten bedarf anderer Kompetenzen als einen Moodle-Kurs zu pflegen. In den meisten Fällen rentiert es sich jedoch nicht, für einzelne solcher Projekte die gesamte Kompetenzpalette im Unternehmen aufzubauen. Für initiale oder einzelne Projekte ist es wirtschaftlicher sich zunächst die Expertise von externen Partnern einzukaufen und ggf. die internen Kompetenzen im Zuge dieser Zusammenarbeit aufzubauen.

  • Didaktische Herausforderung – keinen direkten Einfluss auf die Lernenden 

Die örtliche und zeitliche Unabhängigkeit bringt einen Nachteil mit sich. Wir müssen auf den direkten Einfluss den ein Präsenztrainer auf seine Lernenden nehmen kann verzichten. Wir haben keinen unverzögerten kontinuierlichen Einblick auf die Aufmerksamkeit, den Fortschritt und die Entwicklung der Teilnehmer, wie wir ihn Vorort im Trainingsraum haben. Dieser Nachteil lässt sich jedoch durch gezielt eingesetzte didaktische Mittel und zur Verfügung stehenden Technologien stark vermindern. Um das zu schaffen braucht es allerdings neue Kompetenzen, wie z.B. der Medien- und E-Didaktik.   

  • Technische Herausforderungen bzw. Parameter zu berücksichtigen – dann keine Herausforderungen 

Um so moderner und innovativer ein eLearning-Projekt ist, desto eher braucht es neue dafür geeignete Infrastruktur. Angefangen von einer ausreichenden starken und stabilen Internetverbindung bis hin zu geeigneten Endgeräten für die Lernenden und der entsprechenden Software. Und da sprechen wir nicht nur von einer möglicherweise benötigten eLearning Software, sondern auch von Betriebssystemen und Internetbrowsern, die sich auf den Geräten befinden. Eine gewissenhafte Recherche ist Voraussetzung, um schwerwiegende Schwierigkeiten und Rückschläge zu vermeiden.

Du hast nun einiges über das Thema elektronisches Lernen erfahren und vielleicht sogar die vielfältigen Schreibweisen des Begriffs bemerkt. So bunt und richtig wie die verschiedenen Schreibweisen, sind auch die Umsetzungsvarianten von eLearnings in der Praxis. Es gibt für den Einsatz von eLearnings kein universales Rezept. Essenziell ist eine gründliche Vorarbeit, um die höchstmögliche Effektivität und Effizienz des Lernangebotes zu erreichen.