Engagement Faktoren im eTraining

MOOCs im Einsatz von eTraining.

Lernen in der Großgruppe, online und im Kreise mehrerer tausend User. Massive Open Online Courses, abgekürzt mit dem bekannten Kürzel MOOCs, werden meist von Universitäten und Bildungsinstituten angeboten. Ein innovatives Format mit großem Potential, aber auch eine Challenge für die Kursverantwortlichen und Teilnehmer.

Verschiedene Studien zeigen, dass weniger als 10% der Studenten MOOCs abschließen. Woran das liegt? Vermutlich an der niedrigen Verbindlichkeitsschwelle. Viele User registrieren sich gratis, schnuppern rein, aber lassen es dann aus verschiedenen Gründen wieder sein. Lernmotivation dürfte ein weiterer Faktor sein. Während selbstmotivierte Lerner im Kurs bleiben, ist es aufgrund des Kursumfangs nicht möglich, mittel bis wenig Motivierte intensiv und direkt zu betreuen und so bei Lernlaune zu halten.

Anders sind die Zahlen bei geschlossenen Online-Kursen, an denen auch weitaus weniger Personen teilnehmen. Beispielsweise ein Online-Universitätslehrgang. Die Verbindlichkeit ist wesentlich höher. In vielen Fällen zahlen TeilnehmerInnen auch Kursgebühren – das alleine zeugt schon von höherer Motivation ein Programm auch wirklich zu absolvieren.

Enric Mor von der Online Universität Oberta de Catalunya ist Engagement Experte für reine Online-Programme und weiß, warum Lernende im Kurs bleiben – oder eben nicht.

Offene versus geschlossene Kursformate

Laut seinen Studien ist mit einer Drop-Out-Rate von 10 bis 20 Prozent bei geschlossenen Kursformaten einer Online-Universität zu rechnen. Das unterscheidet sich nicht wesentlich von Präsenzprogrammen. Drop-outs sind bei diesem Kurstyp auf andere Faktoren zurückzuführen und weniger auf die fehlende Motivation der TeilnehmerInnen. Zum Beispiel steigen Lernende dann aus, wenn sich ihre Zeitbudgets ändern und sie aufgrund von veränderten Lebens- oder Arbeitssituationen den Kursaufwand zeitlich nicht mehr schaffen.

Die Drop-out-Rate ist auch dann höher wenn Studenten und Lernende mehrere zeitaufwändige Kurse miteinander kombinieren. Enric Mor rät hier zu einer guten Mischung aus aufwändigen und weniger aufwendigen Kursen, die es Lernenden ermöglicht ihr Zeitbudget gut zu fokussieren. Das klingt logisch.

Ein interessanter Aspekt ist die Vorhersehbarkeit von Drop-Outs. Laut Mor lässt sich relativ verlässlich sagen, welche Lernende bis zum Ende dabeibleiben. Grob gesagt ist das bei jenen der Fall, die schon in frühen Programmphasen zufrieden mit Umfang, Angebot und Inhalt sind. Interessanterweise ist dies unabhängig davon, ob Lernende gut oder schlecht im abschließenden Test abschneiden. Lernende, die am Beginn eher unzufrieden sind, ändern ihre Meinung auch nicht mehr und hören mit hoher Wahrscheinlichkeit auf.

Kursteilnehmer fallen typischerweise nicht durch. Jene die bis zum Schluss dabei sind, schaffen auch den Test. Jene die Durchfallen würden, haben zu diesem Zeitpunkt den Kurs schon verlassen.

Eine interessante Konsequenz

KursteilnehmerInnen fallen typischerweise nicht durch. Jene, die bis zum Schluss dabei sind, schaffen auch den Test. Jene, die durchfallen würden, haben zu diesem Zeitpunkt den Kurs schon verlassen.

MOOCs im Einsatz von eLearning

Mittlerweile werden auch MOOCs in Kombination mit eLearning ganz bewusst eingesetzt. Die Verbindung machts. Inhalte müssen nicht neu erfunden werden und so können Projekte in kurzen Produktionszyklen geschaffen werden. Sie wollen Erfahren, wie wir damit umgehen? Melden Sie sich bei uns! 

Source: Isuru Balasooriya, Enric Mor, M. Elena Rodriguez; Understanding User Engagement in Digital Education, HCI International 2018

Der Blogbeitrag wurde geschrieben von Michael Leitner, Head of Research,
Interaction Design, UI/UX.