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Dieser Blogartikel basiert auf einer ExpertInnendiskussion, die am 26.01.2021 als Teil des “CREATE Digital Event: Auf ins 21. Jahr.” stattgefunden hat. Am digitalen Podium: Julia Helm (A1 Telekom Austria), Jutta Wieltschnig (Universität Wien), Johannes Cruyff (Sparkassenakademie Österreich), Volker Kunze (EOS) und Matthias Görtz (Porsche).

Muss man sich um digitales Lernen sorgen? Ganz im Gegenteil.

Die verschiedenen Perspektiven aus Industrie und Hochschule geben einen guten Überblick über aktuelle Themen und präsentieren einen Ausblick auf das eLearning Jahr 2021. Die ExpertInnen sind sich einig: Es führt kein Weg an weiterer und zunehmender Digitalisierung im Corporate Learning vorbei. Es fällt auf, dass der Austausch und die Offenheit gegenüber digitalen Lernthemen in den Communities gewachsen ist.

Digiales Lernen wird immer wichtiger und bekommt nicht zuletzt durch die COVID-19 Krise einen neuen “Drive”. Matthias Görtz (Porsche) meint sogar, dass die Relevanz von Lernen und Weiterbildung in Unternehmen gestiegen sei: „Wir brauchen niemanden überzeugen, das Lernen der Treiber für Transformation und Wandel ist“. Als praktisches Beispiel: Immer mehr Firmen führen Lernblocker ein – also für Lernen reservierte Zeitfenster. Das erhöht den Stellenwert in Unternehmen.

COVID als Treiber von Veränderung: Das Jahr 2020 hat die eLearning Branche einiges gelehrt. Viele Unternehmen konnten sich rasch an neuen Gegebenheiten anpassen und das obwohl Veränderung im Normalfall oft auf Widerstand stößt. Die digitale Lernnotwendigkeit und Lernwilligkeit war merkbar größer und so wurden auch neue Tools und digitale Praktiken rascher akzeptiert als noch vor COVID-19.

Digitales Lernen wird nachgefragt: Julia Helm, A1 Telekom Austria, ist der Meinung, dass MitarbeiterInnen lernen wollen, wenn das Angebot stimmt – und nicht erst davon überzeugt werden müssen. Jedoch, um diesen Lernwillen bestmöglich zu unterstützen, sollte der Zugang zu Lerncontents möglichst einfach und “barrierefrei” gestaltet sein.

Die Beobachtungen von Johannes Cruyff, Sparkassenakademie Österreich, stützen dieses Argument. Die Nutzungs- und Zugriffzahlen zeigen, dass im Jahr 2020 genauso viel gelernt wurde, wie im Jahr zuvor. Daraus resultiert: 2020 konnte Training und Weiterbildung nichts anhaben, nur die Inhalte und Praktiken wurden (noch) digitaler.

Was bringt die Zukunft? Vor welchen Herausforderungen stehen wir?

Lerntools für einen egalitären Zugang: Eine spannende Herausforderung in der betrieblichen Weiterbildung, als auch an der Hochschule, ist es, Lerntools zu finden, die möglichst vielen Lernenden den Zugang zu Inhalten ermöglichen. Für Jutta Wieltschnig von der Universität Wien ist genau das ein Schlüsselfaktor: Es braucht Tools, die die digitale Aufbereitung von Inhalten ermöglichen und die gleichzeitig Barrierefreitheit gewährleisten. Z.B.: Wenn es um kulturelle und sprachliche Unterschiede geht. Es muss sichergestellt werden, dass möglichst alle MitarbeiterInnen und Studierende partizipieren können.

Hybride Lernsettings als die neue Norm: Johannes Cruyff sieht die Gestaltung von hybriden Lernsettings und Technologien, die dabei unterstützen können, als eine der zentralen Herausforderungen. Das heißt, digitales Lernen wird in Zukunft nicht auschließlich online stattfinden. Genausowenig wird es aber ein Zurück in einen Status vor COVID geben. Das Resultat: Vermehrt hybride Angebote.

Mehr Personalisierung und Community: Nach Ansicht der ExpertInnen wird sich in der nahen Zukunft personalisiertes, digitales Lernen als besonders wichtig herausstellen. Es müssen Strategien gefunden werden, die ein selbstgestaltetes Lernen ermöglichen und die die Lernkompetenzen der Lernenden wecken. In diesem Punkt gehen die ExpertInnen davon aus, dass Künstliche Intelligenz (KI) ein Bestandsteil der Entwicklung sein wird.

Digitales Lernen sollte Lernende idealerweise zum Lernen motivieren, wenn möglich sogar zu einem „Movement“ zusammenzuschließen. Wenn das gelingt, sind die Lernenden keine lose Community, sondern eine gemeinsame Lern-Bewegung. Dabei wird die soziale Komponente im digitalen Lernen stärker: Gegenseitiges Empfehlen von Inhalten und ein Voneinander-Lernen, wird ein zunehmend wichtiger Aspekt.

Künstliche Intelligenz (KI) als Helfer am Arbeitsplatz: Zielgruppenspezifisch und adaptiv: So sollen die Tools der nahen Zukunft durch die neuen technischen Möglichkeiten gestaltet werden und sich bestmöglich am Arbeitsplatz integrieren. In diesem Zusammenhang wird KI als Lerndesigner immer wichtiger werden. Volker Kunze, EOS, ist der Meinung, dass künstliche Intelligenz nicht sichtbar, sondern im Hintergrund und unterstützend wirken sollte. Sie kann im Auswerten von Lernddaten Schwerpunkte und Bedürfnisse der Lernenden identifizieren.

Lesson learned für 2021 – und darüber hinaus:

  • COVID-19 tut dem Lernen aber keinen Abbruch. Im Gegenteil, es führt sprungartig zu neuen und breiter akzeptierten digitalen Lernformen – und diese werden “einfacher” von Lernenden in Unternehmen angenommen.
  • Digitales Lernen wird persönlicher und die Lerncommunity steht in stärkerem Zusammenhalt und Austausch. Mit den richtigen Lerntools kann zunehmend zu einem selbstgestalteten Lernen motiviert werden.
  • Tools für hybride Lernsettings und einen “barrierefreien” Zugang zu Lerninhalten sind gefragt. Künstliche Intelligenz wird eine zunehmend große Rolle in der Auswahl und Kuratierung von Inhalten spielen.

Autoren: Iliana Oberbacher und Michael Leitner.
Photo by Anna Demianenko on Unsplash