Teams, Talente | Temperamente

Talentmanagement

Teams-Talente-TemperamenteIn Zeiten der Jagd nach den größten Talenten, den kreativsten Outputs und umfangreicher Recruiting-Programme erkennen viele Firmen zunehmend das Potential harmonischer Zusammenarbeit in Teams bei gleichzeitiger individueller Förderung und Entwicklung der bestehenden Belegschaft.

Nicht selten gilt das Sprichwort „Denn das Gute liegt so nah“. Nicht selten warten auch in der eigenen Crew ungeahnte Fähigkeiten darauf, durch treffsichere Maßnahmen wachgeküsst oder gefördert zu werden.

HR-Expertin und CREATE-Abteilungsleiterin Sylvia Pögl über Entwicklung und Relevanz zweier aufstrebender Themenbereiche im ersten Teil unserer Interview-Serie zu Talentmanagement und Teamentwicklung in Unternehmen.

FRAGE (TM):

Hallo Sylvie. Schön, dass du die Zeit gefunden hast mit uns über Talentmanagement und Teamentwicklung in Unternehmen zu reflektieren.

Gleich zur ersten Frage: Talentmanagement und Teamentwicklung werden noch immer häufig relativ undifferenziert unter dem Dach von HR subsumiert. Wie ist deine Erfahrung? Sind das ohnehin 2 Seiten derselben Medaille, oder sollten sich Unternehmen hier stärker fokussieren?

ANTWORT (SP):

Also grundsätzlich bin ich fest davon überzeugt, dass das Management von Talenten und die Entwicklung und Förderung von Teams bzw. einer fruchtbaren Teamkultur zwar miteinander verwandt sind, aber dennoch getrennt voneinander betrachtet werden sollten. Ich sag mal so: Jeder Mensch hat Talente in bestimmten Bereichen – oder eben nicht. Genauso ist ein Individuum entweder teamfähig oder ein Einzelkämpfer, eine Einzelkämpferin – mit all den vielen feinen Schattierungen, die unterschiedliche Persönlichkeiten eben ausmachen. Hier gibt es durchaus Anknüpfungspunkte. Dennoch: Im Rahmen der Organisationsentwicklung sind das 2 getrennte Bereiche.

TM:

Vielleicht erklärst du uns das am Beispiel der CREATE. Welche Stoßrichtungen verfolgst du in deinem Verantwortungsbereich.

SP:

Gerne. In der CREATE ist es einfach so, dass wir ganz stark in Teams arbeiten, dass vom Vertrieb über Konzeption bis in die Produktion immer in Teamstrukturen versucht wird, aus Ideen einen echten greifbaren Mehrwert zu schaffen. Auch unsere Kunden haben es hinsichtlich Zielgruppen sehr häufig mit Teams zu tun, müssen oft in Kollektiven denken. Ich bin mir sicher: Um bei CREATE Spaß zu haben und gerne bei uns zu arbeiten, muss man einfach ein Stück weit Teamplayer sein. Deswegen ist es mir als HR-Verantwortliche ein besonderes Anliegen, Teamentwicklung und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit gezielt durch manchmal auch ungewöhnliche Teambuilding-Maßnahmen zu fördern – aber auch einzufordern. Das ist mir schon im Recruitingprozess ein ganz wichtiges Anliegen. Eine Bewerberin, ein Bewerber kann schon auch ein Einzelkämpfer sein – bei gewissen Themen. Aber letztlich muss der Wille vorhanden sein, sich ins Projektteam aber auch ins gesamte CREATE-Team zu integrieren und an einem Strang zu ziehen.

TM:

In vielen Unternehmen ist das erfahrungsgemäß nicht in diesem Ausmaß der Fall. Speziell zwischen einzelnen Abteilungen kommt es immer wieder zu Reibungsverlusten, die durch gezielte Maßnahmen in diese Richtung verringert werden könnten. Wie ist deine Einschätzung? Bemerkst du Veränderungen im Markt? Werden Talentmanagement und Teamentwicklung wichtiger. Gibt es Umbrüche? Oder bleibt alles beim Alten?

SP:

Hier sehe ich in beiden Bereichen eine deutliche Entwicklung. Schon aufgrund der Veränderung in den Märkten aber auch durch zunehmende Projektorientierung ist es einfach so, dass man mehr nach Teams verlangt. Da geht es auch um Effizienzsteigerungen und die Notwendigkeit für ein Mehr an Zusammenarbeit durch verstärkte Arbeitsteilung und Kompetenzorientierung. Klar, es gibt auch mehr Home Office und andere Freiheiten im Arbeitsalltag. Aber oft funktioniert das nur dann gut, wenn man trotzdem in ein Team integriert ist und Raum für kurz getaktete Abstimmungsmöglichkeiten hat. Neue Anwendungen im Bereich digitaler Medien und Kommunikationstechnologien bieten hier Unterstützung. Aber generell glaube ich schon, dass der Markt und die Unternehmen draußen zunehmend einen starken Fokus auf Teams und besonders auch auf Talente legen. Der professionalisierte Umgang mit Talenten ist einfach ein Trend, der nicht aufhören wird.

TM:

Wahrscheinlich schon aufgrund der steigenden Komplexität in den Arbeitsprozessen, die nach Bündelung der Kompetenzen und bestausgebildeten MitarbeiterInnen verlangt – Stichwort: Bildungs- und Wissensgesellschaft.

SP:

Genau. Ich würde hier nur aufpassen und in den Unternehmen nicht immer sämtliche Talente-Programme involvieren, die zwar oft eine gute Orientierung bieten, letztlich aber sehr standardisiert sind. Letztlich geht es doch auch ums jeweilige Individuum, um Talente und Stärken, aber auch um Schwächen und – ganz wichtig – Authentizität.

Aber man kann natürlich mit Talente-Programmen ein bisschen früher abfedern und gezielt jemanden unter strategischen Gesichtspunkten entwickeln oder auch nicht entwickeln.

Bei uns in der CREATE als KMU mit rund 40 Leuten im Team geht es vor allem um 3 grundlegende Aspekte: Mitarbeiterbindung, Förderung und – nicht zuletzt – die Identifikation mit dem Unternehmen. Das ist mitentscheidend für Zufriedenheit, Spaß an der Arbeit und damit letztlich den gemeinsamen Erfolg.

TM:

Danke Sylvie für das Gespräch! Und auch dafür, dass du uns auch in Kürze wieder zur Verfügung stehst, um uns im 2. Teil unserer Rubrik Teams, Talente | Temperamente noch tiefere Einblicke in Talentmanagement und Teamentwicklung zu gewähren.

Bis bald!

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von Thomas Murauer (Concepter & Author & Project Manager)