Mobiles Lernen im öden Alltag

Mobiles Lernen verspricht, dass wir in Zukunft immer und überall lernen können. Anytime, Anywhere. Aber stimmt das?

Bin ich denn immer bereit zu lernen? Und außerdem: Bin ich denn „überall“? Ich bin ja die meiste Zeit an den selben Orten. Ich brauche nur an einen typischen Tagesablauf zu denken. Ich nehme den selben Weg in die Arbeit, sitze am selben Schreibtisch und treffe Freunde am selben Sportplatz. Und das immer wieder.

Forschungsergebnisse aus der Mobilitätswissenschaft legen nahe, dass sich Menschen immer wieder an den selben Orten aufhalten, dass sich ihre Mobilitätsmuster wiederholen und sie sich in repetitiven Tagesabläufen organisieren (z.B.: Barabasi, 2010; Herry, 2010). Mobile digitale Medien schaffen solche Strukturen nicht unbedingt ab, sondern führen zu neuen, andersartigen Mobilitäts- und Kommunikationsmustern (Schwanen und Kwan, 2010).

Echt öde dieser Alltag.

Wenn wir gar nicht anytime und anywhere sind, was heißt dann „mobiles“ Lernen im Alltag, und insbesondere im Unternehmenkontext? Wann und wo sind MitarbeiterInnen im Alltag überhaupt für mobiles Lernen zugänglich, und über welche Kanäle?

Mobiles Lernen ist mehr als Inhalte für mobile Geräte aufzubereiten. Bei CREATE.21st century versuchen wir diesen Mobilitätskontext besser zu verstehen.

Dieser Vortrag präsentiert die Ergebnisse und Learnings einer kleinen Studie zu diesem Thema. Der Talk wurde im Rahmen des Mobile Learning Day 2015 an der Fernuniversität Hagen aufgezeichnet.

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von Michael Leitner (Head of Research, Interaction Design, UI/UX)

 

Quellenangabe:

Barabasi A. L. (2010), Bursts. The hidden pattern behind everything we do, Dutton, Penguin Group

Herry M. (2012), Verkehr in Zahlen, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie Abteilung II/Infra 5, Austrian Department for Transport and Technology

Schwanen, T. & Kwan, MeigPo (2008), The internet, mobile phone and space>time constraints, Geoforum 39, Science Direct, Elsevier, pp. 1362gg1377