Informelles und Social Learning: Erledigt sich von selbst?

Die schöne neue Welt des Informellen und Social Learning lässt etabliertes E-Learning und Wissensmanagement ganz schön alt aussehen, denn die Generation Y zeigt uns, dass Lernen heute völlig anders funktioniert:

Freiwilliges und selbstorganisiertes Lernen aufgrund von aktueller Notwendigkeit und Erfahrung.

Lernen von und mit anderen – nun nicht mehr in der Kaffeeküche – sondern unter Nutzung aller digitalen Kommunikationsmedien und Web 2.0 Werkzeuge.

Und das Beste daran: Es funktioniert quasi von selbst und keiner muss sich mehr um Curricula und um die Gestaltung der Contents kümmern.

close up of miniature people with social network diagram on open notebook on wooden desk as social media conept

Ist das wirklich so leicht?

Wenn wir nun aufhören 80% unserer Ausbildungskosten in 20% der relevanten, nämlich formalen Lernmedien zu investieren: Was können wir, Trainingsverantwortliche, Personalentwickler, Lernberater, Sinnvolles tun um Informelles und Social Learning zu unterstützen, zu erleichtern und eventuell sogar aktiv zu gestalten?

In einem ersten Schritt: Verstehen und akzeptieren wir, was hinter diesen Phänomenen steckt.

Einflussfaktoren für Informelles Lernen:

  • Situation und Motive des Lernenden
  • Auffindbarkeit der benötigten Inhalte
  • Relevanz der gebotenen Inhalte für das aktuelle Problem

Einflussfaktoren für Social Learning:

  • Situation und Setting
  • Aktive soziale Interaktion
  • Technische Möglichkeiten

In einem zweiten Schritt: Ermöglichen und verbessern wir genau diese Faktoren.

Schaffen wir eine lernfreundliche Unternehmenskultur, in der die Aneignung von Wissen hoch geschätzt und gefördert wird, in der es auch eine aktive und positive Fehlerkultur gibt. Stellen wir Lerninhalte und Tools zur Verfügung, die möglichst explorativen Zugang zu Wissen ermöglichen und den Lernenden nicht in vorgegebene Lernpfade zwingen.

Nutzen wir unterschiedliche mediale Möglichkeiten um den gleichen Inhalt darzustellen, optimiert für alle möglichen Lernsituationen und Lerntypen. Bieten wir relevante Inhalte an, von denen wir wissen, dass sie aktuelle Probleme lösen und dringend benötigt werden. Fördern wir die Wahrnehmung des Lernenden, was für sein Arbeitsumfeld relevant ist, durch interaktive Elemente, situatives Lernen und dramaturgischen Aufbau. Ermöglichen wir aktive und einfache soziale Interaktionen direkt beim relevanten Content, um technische Hürden zu minimieren.

Gehen wir auch beim Social Learning auf die Lerntypen ein und ermöglichen wir informellen und formalen Austausch durch Trainermoderation – und auch einfach nur Austausch mit sich selbst in Form von Notizen.

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von Sigrid Hantusch-Taferner (Head of Sales)

 

Quellen:

Kirchhöfer, D. (2004). Lernkultur Kompetenzentwicklung – Begriffliche Grundlagen.

Cross, J. (2006). Informal Learning: Rediscovering the Natural Pathways That Inspire Innovation and Performance (Essential Knowledge Resource)