Applification – Chance und Herausforderung

Fast alle tun es – netzwerken, online sein, mit mehreren Plattformen und Endgeräten arbeiten. Fast alle besitzen es – digitale Endgeräte. Das Ergebnis: wir sind verfügbar, Tag und Nacht, per E-Mail, Facebook oder WhatsApp.

Das ist, was viele von uns verbindet – der digitale Informationsfluss bis hin zum Informationsüberdruss und letztendlichem Überschuss. Denn wir leben in einer digitalen Gesellschaft, in einem hoch technisierten Zeitalter mit dem Internet als Dreh- und Angelpunkt sozialer und medialer Entwicklungen. Diese Entwicklungen beeinflussen unsere Art uns zu verständigen, die Weise zu leben und die Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten.

Kommunikative Interaktion oder interaktive Kommunikation?

Wir kommunizieren täglich, doch die Kommunikation hat sich verändert und das im stetigen Rythmus. Dabei reichen die Möglichkeiten der Kommunikation über eine schier grenzenlose Anzahl von Ebenen. Aber auch beruflich schicken wir Unmengen an Daten in eine Cloud, synchronisieren unsere Kalender mit dem Smartphone, Tablet und dem Laptop.

Wir sind online – immer und überall. Und trotzdem will die Botschaft und Information selektiert und reflektiert werden. Dazu nutzen wir Apps, Anwendungen die uns das Internet erst möglich machte. Und diese Apps machen es uns wiederum möglich, das Potential des Internets voll auszuschöpfen – oder darin gänzlich zu versinken.

Angesichts dieser Masse an Information und dem damit verbundenen Medienkonsum kann es passieren, dass Arbeit und Freizeit aus dem Gleichgewicht geraten. Erreichbarkeit wird zur Selbstverständlichkeit. Kommunikation wird schneller. Dank dem Internet – Dank den Apps. Doch tut es das wirklich? Helfen uns digitale Tools und Anwendungen, neue Kommunikationsformen zu erschließen und zu nutzen oder zwingen sie uns nur dazu, ständig in Interaktion mit unserem Makrokosmos zu stehen – Freunde, Arbeit, Familie.

Vergangenheit und Zukunft sind jetzt

Applications als Erscheinung der Digitalisierung sind somit nicht nur die logische Konsequenz der technischen Entwicklung, sondern zugleich auch Spiegelbild unserer Gesellschaft. Ähnlich dem Kino als Phänomen der Industriellen Revolution, welches den Menschen zu diesem Zeitalter die Veränderung in ihrem Leben auf beinahe spielerische Weise aufzeigte und direkt damit konfrontierte. Apps digitalisieren unser Leben mit allen Konsequenzen. Applification wird zum Netzwerk selbst – es gibt eine App die fast genau das kann, aber etwas mehr wie zehn andere. Es gibt eine Anwendung die zehn andere ersetzt und es gibt zehn Anwendungen, die man unbedingt braucht.

Doch welche Kompetenzen brauchen wir, um die Balance zwischen News-Stream, Organisation und Planung der Arbeit und Freizeit zu finden? Es ist ein Prozess, zu selektieren, welche Apps brauche ich wirklich. Brauche ich tatsächlich noch einen News-Feed? Muss ich auf jedem erdenklichen Messenger erreichbar sein? Denn das kann mehr Stress bedeuten, Stress für unser soziales Leben, für unseren Workflow, Stress der den Mußestunden unseres Alltags den bezeichnenden Charakter nimmt. Es ist ein Prozess, seine ganz eigene Medienkompetenz zu entwickeln.

Vom Konsumenten zum Kompetenten

Apps sind digitale Werkzeuge. Die Hochwertigen unter ihnen können sich an mein persönliches Nutzungsverhalten anpassen. Doch wie in so vielen anderen Bereichen, gilt es auch hier vorallem auf den richtigen Einsatz zu achten. Was zählt ist der User selbst. Bedarfsorientiert entscheide ich mich, welches Tool ich nun verwende, durch ein effektiveres ersetze oder gänzlich von meinem Device entferne. Wenn ich etwas noch nicht kenne, dann entscheide ich mich für die Trial-and-Error-Methode. Ausprobieren ist oft die einfachste Art und Weise festzustellen, ob ein Dienst zu mir passt oder nicht.

Apps bringen Ordnung in mein Leben, sie helfen mir dabei meinen Alltag zu organisieren. Wie ich mich digital einrichte, online bin und trotzdem ab und zu abschalte – diese Apps machen mein Leben einfacher:

IFTTT

„If This Then That“ – Diese App ermöglicht mir, beispielsweise Facebook und Twitter, Evernote und Gmail und weitere andere Anwendungen zu vernetzten. Mit sogenannten Rezepten wird Trigger und Aktion verknüpft, ganz nach dem Motto: „Wenn ich das auf Facebook poste, wird es auch dort auf Twitter veröffentlicht.“ Mit mehr als 100 frei kombinierbaren Diensten kann jeder Anwender mehrdimensional agieren, mit nur einer einzigen App. Kostenlos verfügbar ist IFTTT für iOS und Android.

Pushbullet

Wenn ich unterwegs bin, aber trotzdem wichtige Dateien und Notizen auf meinem Rechner abspeichern möchte, so hilft mir Pushbullet dabei. Diese App kommuniziert den Traffic zwischen Smartphone und PC in beide Richtungen. Bekomme ich Anrufe auf dem Handy oder eine SMS, werde ich am PC ganz bequem mit einer Push-Nachricht informiert. Das Ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt – für Android und iOS.

Any.DO

Wer kennt das nicht, To-Do-Listen auf Post-It-Zettelchen geschmiert, in der Notiz-Funktion auf dem Handy eingetippt. Mit der Anwendung Any.DO sieht das nicht nur gut aus, sondern Aufgaben lassen sich übersichtlich planen und organisieren. Eine Reminder-Funktion darf natürlich nicht fehlen. Eine Besonderheit: Die Share-Funktion der einzelnen To-Do‘s. Familie, Arbeitskollegen und Freunde können in Teamwork-Manier mit anpacken. Any.DO ist erhältlich für das Web, Android, iOS und Chrome.

 

Dieser Beitrag wurde verfasst von Daniel Fröhlacher (Marketing & Communications)